Jugendbauhütten neu gedacht

Ein freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege bieten die Jugendbauhütten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz seit 20 Jahren an. Jungen Menschen ein Jahr Einblicke in die unterschiedlichsten Arbeitsfelder der Denkmalpflege zu geben, und Zeit zur persönlichen und beruflichen Orientierung zu bieten, ist das Ziel. Geht das auch kontaktfrei?

Das Freiwillige Soziale Jahr in der Denkmalpflege (FSJD), das die Jugendbauhütten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) an 16 Standorten in ganz Deutschland anbieten, vermittelt junge Menschen an Einsatzstellen in allen Arbeitsbereichen der Denkmalpflege. Hier lernen sie begleitet von Fachleuten denkmalpflegerisches Wissen und Handeln. Sie erhalten die Chance, Klarheit über eigene Fähigkeiten und berufliche Neigungen zu gewinnen. Das Jahr ist berufsorientierend und persönlichkeitsbildend angelegt, die pädagogische Betreuung der Teilnehmer ein wichtiger Bestandteil des Konzepts. Ergänzt werden die Einsätze in Handwerksbetrieben, Architekturbüros, Restaurierungswerkstätten, Museen oder Archiven durch Seminarwochen in der gesamten Gruppe.

Durch die Pandemie wurden erprobte Wege der Vermittlung von Denkmalpflegewissen, aber auch von Selbstorganisation und Verantwortung für die Gruppe ausgehebelt. Das gemeinsame Arbeiten in den Seminarwochen und das gemeinschaftliche Leben schienen unmöglich.

Zusammen mit den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten (ijgd) als erfahrenem Träger musste sich die DSD neben der Umsetzung der von Bundesland zu Bundesland unterschiedlichen Hygienekonzepte für die Vielfalt der Einsatzstellen auch der Herausforderung stellen, Seminare digital umzusetzen. Wie kann gemeinsam praktisch gearbeitet werden? Welche Projekte eigenen sich für Zusammenarbeit auf Distanz? Wie können gemeinschafts- und persönlichkeitsbildende Seminare online gestaltet werden? Wie kann die pädagogische Betreuung durch die Jugendbauhüttenleiter sicher gestellt werden? Wie können die Vorgaben der Fördermittelprogramme unter Corona-Bedingungen eingehalten werden? Was kann sich fördermittelschädlich auswirken?

Dass eine Pandemie Gemeinschaften ganz neu zusammenschweißen und Verantwortung lehren kann und daraus noch werbewirksame Beiträge entstehen, haben die Jugendbauhüttler 2019/2020 bewiesen – und zum 1. September den Staffelstab an den nächste Jahrgang weitergereicht.


Institution

Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) & Internationale Jugendgemeinschaftsdienste



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